Mythos – dicke Beine 

„Nein, ich will keine Beine trainieren, die sind schon dick genug“
So oft höre ich diesen Satz, doch leider besteht das Gewebe meistens aus subkutanem Fettgewebe (Unterhautfettgewebe) 

Im Klartext heißt das, dass das Bein nicht dick, sondern FETT ist; und durch das Beintraining wird die Gewebezusammensetzung verändert. Das Bein wird straffer!!!

Also, wenn ihr das nächste mal in der Muckibude seid, nicht nur die Arme und die Brust trainieren, sondern auch die Beine 👍🏻

Sie brauchen jetzt viel Fantasie 

Ändern Sie Ihre Stimme.
Sie müssen den Text in einer rauchigen Stimme lesen. Löschen Sie alle Farben aus dieser Geschichte und färben alles schwarz-weiß.

Im Hintergrund spielt leise Musik. Eiswürfel klimpern, als sie in das Glas Whisky fallen.

Es ist Nacht. Ein gleißend heller Schmerz knallt wie ein Peitschenschlag durch meine Schulter. Ich wache schweißgebadet auf. Seit Monaten habe ich diese Schmerzen.

Es steht fest. Ich muss mich operieren lassen.

Man entfernt mir Arthrose am Schultergelenk und fräst mein Schulterdach (/Akromion)  ab. Es sitzt zu eng an meinem Oberarmknochen und drückt mir ständig die Sehne ab, so dass mein Arm entweder taub wird oder ich starke Schmerzen habe.

Tag der OP. Nichts essen, nichts trinken. Eine heisse Krankenschwester bringt mir mit einem Augenzwinkern mein Op-Hemd, welches hinten offen ist. Ich ziehe es an. Scham kenne ich keine. Die Schmerzen lassen sich nicht darauf ein.

Man injiziert mir Narkosemittel, wie bei einem Bullen, der auf die Schlachtbank kommt. Ich kämpfe dagegen an. Sie erhöhen die Dosis. Dann wird es nacht.

Mein Kopf dröhnt. Ich wache auf. Halb nackt, zitternd, mit einer Drainage am Arm.

—Ab hier brauchen Sie etwas mehr Fantasie—

Wieder ist es nacht. Ich reisse mir die Kanülen und Nadeln raus. Stehle den Mantel meines Zimmergenossen und fliehe durch das offene Fenster. Beim Sprung flattert mein Mantel im Wind. Es kommt mir wie Minuten vor, in denen ich Fliege. Beim Aufprall verletze ich mich am Knöchel, aber ich renne weiter. Weiter zu Trisha.
Meine beste Freundin. Sie versorgt mich mit Medizin. Ich spüle die Ibuprofen mit Whisky runter.
Die Schmerzen sind trotzdem kaum auszuhalten.

Selbst heute, nach fast 2 Wochen schmerzt die Schulter immer noch. Was aber normal ist. Heute kommen die Fäden raus. Ich ziehe mir sie selbst. Ich werde die Wunde mit Vodka betäuben. Genauso wie ich mich betäube.

Selbstverständlich gehe ich zur Physiotherapie.
In irgendeiner Seitenstrasse. Hinter der miesesten Spielunke der ganzen Stadt.

Meiner Stadt.
Wünscht mir Glück. Die Medikamente wirken nicht immer.

Gefangen in einem Loriot Film

Chef, ich nehme mir mal den Multischleifer mit. Ich will meinen Tisch abschleifen.
-„Das heißt darf ich mir den bitte ausleihen?!“
Ah, ja. Sorry. Chef, darf ich mir den bitte ausleihen?
-„Ja, aber das ist mein privater von zuhause.“
Ok. Danke.
-„Willst du nicht mal fragen, ob du Schleifpapier kaufen musst, dafür das du ihn mitnimmst?! Das ist schließlich mein privater.“
Ähm, klar. Chef, soll ich Schleifpapier nachkaufen?! Als Dankeschön sozusagen?
-„Nein, musst du nicht!“
Ähm, ja gut. Danke
-„Aber bei dir ist doch auch ein Baumarkt in der Nähe“
Ja, aber der ist im Gewerbegebiet. Innenstadt. Knappe 25km. Da bin ich nicht in 5 min.
Also soll ich doch Schleifpapier kaufen, oder wieso die Anspielung?
-„Nein, schon gut. Musst du nicht….
Hier um die Ecke ist auch in Baumarkt. 2 Minuten von hier“
Chef, soll ich jetzt Schleifpapier nachkaufen, oder nicht?!
-„Nein, alles gut. Nimm ruhig mit“
Das ist mal ein Wort. Gut, dann bis morgen.
-„Bis morgen.
Ähm, aber wenn du über die Xy Straße fährst, kommste doch am Baumarkt vorbei, oder“

<legt den Multischleifer wortlos auf den Tisch, schließt die Tür und geht einfach>

 
Loriot lässt grüßen

 

 

Zu viel gesund ist ungesund 

Immer in Bewegung. Jogging, Spaziergänge, Fitness Studio.

Immer und überall Sport und Bewegung. 

Ich habe keinen Sixpack, habe aber auch keinen Bauchansatz. Ich bin zufrieden.

Letzte Woche kam ich auf die Idee mein Körper, den ich ab und an mit Pizza und Burgern schände, müsste mal „durchgespült“ und gereinigt werden.

Eine Woche lang volles Programm. Laufen, Chiasamen in jedes Müsli, Quark oder sonst wo reingeworfen.

Natur Joghurt, Thunfisch, Reis, gefühlt 1000 Äpfel und Karotten und was sonst alles „gesund“ sein soll. 
Jedenfalls rebellierte mein Magen und ich bekam Krämpfe, Stiche und Übelkeit in meiner Magengegend. 

Blähungen, Durchfall, Verstopfung, alles auf einmal.

Gestern flehte ich unter Schmerzen meine Frau an uns doch bitte ein paar Burger beim Gasthof zum goldenen M zu holen.

Sie willigte ein und unter schmerzverzerrtem Gesicht mampfte ich einen Burger und Pommes nacheinander. Seit gestern Abend geht es mir wieder prächtig. Keine Bauchschmerzen, Stuhlgang Tipi Topi und ich fühle mich wohl. 
Lange Rede, wenig Sinn, aber lieber ziehe ich mir pro Woche 1x mehr die Joggingschuhe an, oder stemme ein paar Hanteln, als dass ich ganz auf ungesundes verzichte.

Natürlich baue ich hier und da ein bisschen Magerquark und Reiswaffeln ein, aber eine komplette No Size Zero Model Karriere lege ich nie wieder ein 

Ich habe dich lieb

Papa, ich habe dich lieb, auch wenn du manchmal schimpfst.

Rumms. Mitten ins Gesicht.

Kinder sind nicht nur Kinder.

Man merkt, dass sie alles verarbeiten was man Ihnen sagt und WIE man es Ihnen sagt.

Letzte Woche sagte ich zu meiner Tochter (4) dass ich Sie liebe und weil ich Sie liebe auch manchmal mit Ihr schimpfen muss.

Wenn Sie zum Beispiel versucht einfach über die Straße zu laufen, obwohl Autos kommen. „Die waren ja noch Mega weit weg!“

Nein, waren sie nicht. Der Unterschied zwischen Mega und nur 100m erkennt das Kind nicht.

Ich schimpfe, wenn Sie sich einfach Süßigkeiten stibitzt und heimlich vor dem Abendessen verputzen will.

Ich erkläre Ihr, dass die Zähne sehr wichtig sind. Und erkläre den Unterschied zwischen Maßen und Massen!
Man merkt, dass Sie alles verarbeitet; um eine Woche später, völlig aus dem nichts, beim gemütlichen Abendessen zu sagen, dass Sie mich liebt, obwohl ich manchmal schimpfe. Aber sie weiß, dass es ein liebes schimpfen ist.

Es geht einem nahe. Es ist süß. Unschuldig.

Erst wenn man Kinder hat versteht man die eigenen Eltern/Großeltern.

Nein, ich bin kein Held

Eine verschnupfte Nase und Kopfweh und ich dramatisiere wie eine 15 jährige, bei der es um Leben und Tod geht, wenn sie nicht das neue Album Ihrer Lieblings Band bekommt.

Einen Tag nach dem Fitness Studio Besuch setzt der Muskelkater ein und ich leide die größten Qualen auf Erden.

Nein, ich bin kein Held

Kennt ihr die Männer in Filmen, die mutig über Abgründe springen, Schlangen töten und Frauen aus der Gewalt der Mafia retten?!

Ich glaube das ist alles frei erfunden. Solche Männer gibt es nicht.

Würde ich im Urwald verloren gehen, ich wüsste nicht einmal welche Pflanzen giftig sind und welche ich essen darf.

Würde ich von einer giftigen Spinne oder Schlange gebissen werden, ich würde mich in Embryonalstellung auf den Boden legen und auf den Tod warten.

Ich sah Filme, da hackten sich Männer ein Körperteil ab, um das vergiftete Gliedmaß los zu werden.

Reine Fiktion. Solche Männer gibt es nicht

Ich „sterbe“ vor Hunger, wenn ich mal 2 Stunden nichts essen kann.

Die Männer in Filmen oder Büchern ernähren sich 5 Tage von Tropfen Regenwasser und Blättern.

Fiktion. Lüge.

Nein, ich bin kein Held.
Meine Frau weiß das und meine Tochter weiß das,

aber für beide bin ich der König der Stadt, wenn ich einen kaputten Staubsauger repariere,

eine kleine Spinne töte, oder Spielzeug wieder zusammenklebe

und ich denke, das ist die Hauptsache!

Der Held liegt immer im Auge des Betrachters

Gespräche mit meiner Tochter

Neulich waren wir auf der Frankfurter Zeil, als meine Tochter, 4 Jahre, einen schlafenden Obdachlosen entdeckte, welcher auf dem Boden lag.
Papa, darf ich mich auf den Boden legen, so wie der Mann dort drüben?

-„Nein, das ist viel zu kalt.“

Aber der schläft doch auch da.

-„Der Mann ist aber Obdachlos und muss draußen schlafen!“

Hat der keine Arbeit und kein Geld?

-„Ich befürchte nein, das sind sehr arme Leute.“

Waren die in der Schule dumm?

-„Manche ja, manche nein. Einige hatten einfach sehr viel Pech im Leben.“

Schlafen die auch draußen, wenn es regnet?

-„Ich denke schon.“

Und wenn Autos kommen?

-„Die schlafen auf der Seite. Ehrlich, ich weiß es nicht!“

Was essen die denn?

-„Viele betteln um sich Geld zu verdienen um sich etwas zu essen zu kaufen.“

Aber ich dachte man darf nicht betteln?!

-„Ach, süße!“